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Dienstag
Apr242012

14 Online Auktionsplattformen sind die modernen Flohmärkte

von Daniel Ebneter

1995 haben Flohmärkte und amerikanische Garage Sales mit der Gründung von eBay starke Konkurrenz erhalten. 16 Jahre später hat eine komplette Ablösung stattgefunden, die Zahlen dazu sprechen eine eindeutige Sprache. Der führende Schweizer Online-Auktionsmarkt ricardo.ch verzeichnet durchschnittlich 600‘000 erfolgreiche Abschlüsse pro Monat.

Onlineauktionen boomen wie nie zuvor

Kaffeemaschine, Bügeleisen, Kühlschrank, Staubsauger, Computer, Handy, HD-Fernseher, Esstisch, Kleider, Medien aller Art, schicke Kleider, Auto und vieles mehr sind heute praktisch in jedem Haushalt zu finden. Diese Fülle an Objekten kann aber auch zur Last werden. Wohin damit, wenn die Gebrauchgegenstände nicht mehr benötigt oder ersetzt werden müssen? Bis vor wenigen Jahren standen neben kostenpflichtigen Inseraten in Zeitungen nur Flohmärkte oder Kleinanzeigen als Handelsplattformen zur Verfügung. Auch wenn Romantiker das Flanieren und Stöbern auf grossen Flohmärkten vermissen mögen: die digitalen Märkte sind innert Kürze zur ersten Anlaufstelle geworden. Nationale Kundschaft, einfache Produktintegration, permanente Verfügbarkeit, unterschiedliche Kontaktmöglichkeiten, schnelle und sinnvolle Sortierungsfilter, transparente Bewertungsmechanismen und vor allem für gewerbliche Verkäufer zeitsparende Import- und Exporttools - die Vorteile überwiegen deutlich. Heute wird auf Online-Auktionsplattformen so intensiv gehandelt, dass der Jahresumsatz – allein von ricardo.ch - bereits denjenigen des Einkaufszentrums Glatt in Wallisellen bei Zürich übertrifft. Beim Schweizer Marktführer beträgt der Warenumsatz gemäss eigenen Angaben CHF 660 Mio pro Jahr.

ricardo.ch hat in der Schweiz deutlich die Marktführung übernommen

ricardo und eBay dominieren den Markt

Einige Wagemutige haben versucht, in der Schweiz gegen eBay und ricardo anzutreten oder sich zumindest in einer Nische zu etablieren. Die meisten von ihnen scheiterten oder leiten heute auf die wenigen Übriggebliebenen wie hotbid.ch oder banabuy.ch weiter, deren Angebot aber winzig ist. Trotz dieser Zuammenschlüsse dürfte den beiden Platzhirschen in nächster Zeit niemand mehr das Wasser reichen können. ricardo ist in der Schweiz – wie auch in  Polen - eine Erfolgsstory. Im November 1999 als auktion24.ch gestartet, wurde die Plattform bereits im Jahr darauf von der ricardo.de AG übernommen. Heute gehört ricardo.ch zur MIH Internet Europe, einer Tochtergesellschaft der südafrikanischen Mediengruppe Naspers. ricardo kommt in der Schweiz auf einen Marktanteil von ungefähr 80%. Der deutsche Ableger dagegen konnte sich nie gegen eBay.de durchsetzen und wurde schon 2003 eingestellt. Seither wird unter ricardo24.de ein Preisvergleichsportal für Markenprodukte betrieben.

Trotz grossem Rückstand investiert eBay weiterhin in den Schweizer Markt.

eBay: PayPal seit 2010 Pflicht bei Kleinanbietern und Lancierung eines Treueprogramms

Seit 2002 gehört einer der bekanntesten Online-Dienstleister, der Internetzahlungsdienst PayPal zu eBay. Um die Verlässlichkeit und Attraktivität der Angebote von privaten und Gelegenheitsanbietern zu erhöhen, auferlegte eBay im Februar 2010 Verkäufern mit weniger als 50 Bewertungspunkten die Pflicht, PayPal zwingend als alternative Zahlungsmöglichkeit anzubieten. Dies hat für heftigen Wirbel gesorgt; zahlreiche Nutzer haben Beschwerde beim Bundeskartellamt erhoben. eBay hat von diesem jedoch grünes Licht erhalten, da kein offizielles Verfahren eingeleitet wurde und das Bundeskartellamt damit indirekt anerkannt hat, dass die eBay-Nutzer von der Neuregelung profitieren. Um die Bezahlung per PayPal weiter zu forcieren, lancierte eBay 2010 – vorerst nur in den USA - ein Treueprogramm namens eBay Bucks. Käufer, die mit PayPal bezahlen, erhalten quartalsweise 2% des Kaufpreises zurück. Diese Gutschrift ist 30 Tage gültig. eBay hat bekanntgegeben, dass die Teilnehmer des Pilotversuchs fünf Mal mehr für Ersteigerungen ausgegeben haben als gewöhnliche eBay-Mitglieder.

ricardo: Neulancierung des Mobileangebots im Oktober 2011

Am mobilen Markt kommt mittlerweile kein bekanntes Onlineunternehmen mehr vorbei. Dies gilt selbstverständlich auch für Auktionsplattformen; wer viel unterwegs ist, will jederzeit auf seine laufenden Angebote reagieren oder als Verkäufer Fragen schneller beantworten können. eBay und ricardo verfolgen diesbezüglich sehr unterschiedliche Lösungsansätze.

Die 2. Generation der mobilen Plattformen von ricardo überzeugt.Die zweite Version der ricardo-Android-Applikation erfüllt alle Userwünsche, reagiert schnell und ist mit nicht einmal 1 MB äusserst schlank. Der Startscreen zeigt die acht wichtigsten Zugriffspunkte. Wer als Käufer eine Auktion verfolgt, erhält automatisch Veränderungen mitgeteilt. Das Einstellen von Produkten ist dank Zugriff auf die Kamera sehr einfach. Im Android-Market erhält die App die gute Note von 4.4 bei über 1’300 Bewertungen. Die ebay-Android-App ist mit 3.7 MB recht gross und lässt den Nutzer zu Beginn erst einmal die äusserst umfangreichen AGB lesen. Weiter fällt der Barcode Scanner oben rechts auf, der zuverlässig funktioniert und bestehende Angebote zeigt. Löblich ist, dass in der erweiterten Suchfunktion nun ein Filter „Schweiz“ enthalten ist, welcher die Eingabe eines zusätzlichen regionalen Suchbegriffs überflüssig macht.

PowerSeller & Co.

Wo ein Markt ist, sind auch gewerbliche Verkäufer nicht weit. eBay und ricardo bieten beide spezielle Händlerservices und intelligente Offline-Tools an, um das Portfolio zu verwalten. ricardo setzt auf den hauseigenen QXL Ricardo Assistant, eBay bietet neben dem eigenen Turbo Lister auch Tools von mächtigen Drittanbietern wie Supreme Auction an.

Bei eBay Deutschland sind fast 160‘000 gewerbliche Verkäufer registriert, wovon über 60‘000 Personen einen massgeblichen Anteil ihres Lebensunterhaltes via eBay bestreiten sollen. Diese gehören zur Gruppe der sogenannten PowerSeller. Um in diese Runde aufgenommen zu werden, sind mehrere Kriterien zu erfüllen. Die rein wirtschaftlichen Anforderungen sind im April 2010 massiv gesenkt worden, um den Kreis der PowerSeller zu vergrössern und fairer zu gestalten. So müssen innerhalb von 12 Monaten nur noch 100 Transaktionen mit einem Bruttoumsatz von 2‘500 Euro erreicht werden, anstatt wie früher 300 Transaktionen in drei aufeinanderfolgenden Monaten und 3‘000 Euro Umsatz pro Monat. Diese alten Vorgaben haben jene Branchen komplett ausgeschlossen, welche keine hohen Volumina aufwiesen. PoweSeller erhalten auch bessere Platzierungen auf Suchergebnisseiten, was bei ricardo nicht möglich ist. Patrick Kessler, Präsident des Verband des Schweizerischen Versandhandels (VSV), beurteilt die Streichung der Einstellgebühr für die Elite der eBay-PowerSeller als grossen Fehler1. Diese stellen seither ihr gesamtes Sortiment ein und verdrängen private Anbieter. Störend ist ebenfalls die Vermischung mit ausländischen Angeboten. Im Falle der DVD „Fluch der Karibik – Fremde Gezeiten“ schrumpft das Angebot von knapp 77 auf 0, wenn der Filter auf „Schweiz“ eingestellt wird. Bei ricardo stellt sich dieses Problem nicht, da sich alle ricardo-Plattformen auf den lokalen Markt konzentrieren. So lassen sich auch komplexe Rechtsfälle vermeiden und Betrugsfälle minimieren. ricardo lancierte im Oktober 2009 das Cash-Back-Programm für aktive Verkäufer, welches auf dem Kriterium der verrechneten Einstellgebühren pro Quartal gründet. Ab CHF 625 Einstellgebühren werden 10%, ab CHF 2‘500 sogar 30% wieder gutgeschrieben. Um aber die erste Stufe erreichen zu können, sind bei einem durchschnittlichen Verkaufspreis von CHF 75(Einstellgebühr min. CHF 0.40) bereits über 1‘560 Produkte einzustellen, somit über 500 pro Monat, knapp 20 pro Tag. Interessanter wäre ein Cash-Back-Programm in Bezug auf die Abschlussgebühr, da in diesem Fall auch tatsächlich ein Verkauf erfolgt ist. Positiv zu erwähnen ist weiter die Möglichkeit, bei gleichem Angebot mehrere Artikel zu verkaufen, wobei die Einstellgebühr nur einmal verrechnet wird. Bei eBay ist für jeden verkauften Artikel eine Einstellgebühr zu entrichten.

Shop in the shop

In Sachen integrierte Shops nehmen die beiden Konkurrenten unterschiedliche Standpunkte ein. Bei eBay kann Krethi und Plethi in wenigen Schritten und ab monatlich CHF 29.95 einen eigenen „Shop“ eröffnen. Der Premium-Shop kostet CHF 499,95, dafür entfallen die Angebotsgebühren komplett. Bekannte Namen finden sich bei eBay aber nicht, ein doch deutlicher Hinweis auf die geringe Attraktivität. ricardo dagegen schwingt die Markenkeule und integriert nur „bereits bekannte und renommierte Schweizer Unternehmen”, die auch „online zu den führenden Anbietern gehören“ und über „weitreichende technische Ressourcen, eine etablierte Logistik und einen sehr guten Kundendienst“ verfügen2. Zu dieser Elite gehören u.a. digitec, Brack, Soundmedia, Geschenkidee, Kidoh, bijouteria und Flaschenpost. Für die Aufnahme lässt sich ricardo jedes Jahr einen mittleren fünfstelligen Betrag überweisen, dafür entfallen variable Gebühren.

Bei shops.ricardo.ch ist seit kurzem ein Multi-Checkout möglich, was den Kaufprozess enorm verkürzt.

Fazit

Der Auktionshandel findet definitiv im Internet statt und stellt eine grosse Bereicherung für private und gewerbliche Anbieter dar. In der Schweiz stehen vor allem ricardo.ch und eBay zur Auswahl, die alle beide sowohl Vor- als auch Nachteile haben. Beide Anbieter tun sich beispielsweise schwer damit, die Interessen von Kleinanbietern zu wahren und das Verhältnis zwischen privaten und gewerblichen Anbietern im Lot zu halten. Die Marktdominanz beider Anbieter ist aber so gross, dass ein neuer Konkurrent, welcher für Bewegung sorgen könnte, nicht in Sichtweite ist. Solange muss der User mit einer grossen Zahl deutscher Anbieter und PayPal-Pflicht auf ebay.ch leben oder bei ricardo.ch empfindlich hohe Abschlussgebühren bezahlen und Defizite in der Produktsuche im shops-Angebot hinnehmen.

1 http://www.20min.ch/finance/news/story/10741299

2 http://shops.ricardo.ch/kategorien/kaufen/faq-fuer-shops-verkaeufer/cn1480/

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