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Montag
Apr162012

06 Gebrauchtwagen, Immobilien und Kleinanzeigen online

Von Daniel Ebneter

Dem Gelegenheitsanbieter von Produkten und Dienstleistungen steht heute eine grosse Anzahl von Angebotsplattformen zur Auswahl. Mussten früher gedruckte Kleinanzeigen teuer gebucht werden, erreichen die Onlineportale nicht nur eine grössere Zielgruppe, sondern sind für Privatpersonen sogar meist kostenlos. Und wie steht es um die Fahrzeug- und Immobilienplattformen - können sie mit den Trends Schritt halten?

Der Kleinanzeigenmarkt erlebt online seit einigen Jahren einen wahren Boom. In der Schweiz spielt aber nicht der übliche Verdächtige ricardo.ch mit dem im September 2009 lancierten Kleinanzeigenportal tradus.ch die erste Geige, sondern vor allem piazza.ch, tutti.ch, kleinanzeigen.ch in der Deutschschweiz sowie anibis.ch in der Westschweiz.

Kleinanzeigen – unkompliziert und kostenlos

Worin liegt der Unterschied zwischen einem Fixpreisangebot bei ricardo.ch und demselben Angebot auf einem Kleinanzeigenportal? Bei letzterem erfolgt der Kauf zwischen Anbieter und Interessent direkt telefonisch oder schriftlich und nicht über ein Portal. Dabei können Waren und Dienstleistungen nicht nur angeboten, sondern auch gesucht und sogar getauscht werden. Das Erstellen der Anzeige ist unkompliziert und kostenlos, bei tutti.ch und tradus.ch sogar ohne Registrierung möglich. Je nach Anbieter variieren die Optionen bezüglich Laufzeit, Anzeigen pro Tag und kostenpflichtigen Premium-Angeboten. anibis.ch und piazza.ch bieten verschiedene vorteilhafte Zusatzmöglichkeiten wie Anzeige auf der Hauptseite, Hintergrundfarbe oder einen integrierten Weblink an, um das eigene Angebot besser zu platzieren und zu promoten.

Bei tradus.ch ist die Registrierung optional.Kleinanzeigenportale sind jedoch auch mit Nachteilen behaftet. Wer nicht aufpasst, gibt schon vor dem Kauf persönliche Daten wie Vor- und Nachnamen sowie Telefonnummer preis. Die Hinterlegung einer Chiffre-Nummer scheint bei keinem Anbieter möglich. Auch die nachträgliche Bewertung von Verkäufer und Käufer, welche bei den bekannten Auktionsportalen vertrauensbildend wirkt, ist nicht vorgesehen. Preisverhandlungen finden höchstens im direkten Kontakt statt und „Spielereien“ wie ein maximales Preisgebot sind nicht möglich.

Auch für Unternehmen interessant

Für Unternehmen sind Kleinanzeigen ebenfalls eine Option. Es gilt auch hier: Wer bezahlt, erhält mehr Funktionen und Möglichkeiten, sein Angebot zu präsentieren. Gebühren bei einem erfolgreichen Abschluss fallen jedoch keine an, da der Kaufvertrag direkt zwischen Anbieter und Interessent abgeschlossen wird, vom Portalbetreiber somit nicht kontrolliert werden kann. Je nach Konversion kann dies für Unternehmen durchaus lukrativ sein. Aufwändig ist aber die Erfassung der Anzeigen, da dafür keine Tools vorhanden sind.

M-Commerce noch kein Thema

Wermutstropfen ist, dass ausser anibis.ch keiner der Anbieter eine mobile-optimierte Website oder gar eine Smartphone-App für Kleinanzeigen zur Verfügung stellt. Weiter verfügen praktisch alle Anbieter über Social Media-Accounts (Facebook, Twitter), diese werden aber nur teilweise oder gar nicht genutzt und weisen, gemessen an der Kundenzahl, sehr wenige Liker oder Follower aus. Nur kleinanzeigen.ch und tradus.ch kommunizieren oft mit ihrer Facebook-Community.

Das kleinste Anzeigenportal trotzt den Grossen und hat mit Abstand die meisten Facebook-Fans.

Integrierte Kartendarstellung

Weil kein potentieller Käufer Interesse daran hat, durch die halbe Schweiz zu reisen, um einen Artikel zu begutachten und abzuholen, stellt eine visuelle Geolokalisation via Google Maps mit der Anzeige und Verlinkung der entsprechenden Angebote einen willkommenen Zusatznutzen dar. Diesen Service bietet neben anibis.ch auch piazza.ch an, wobei die Bedienung intuitiver bzw. schneller sein könnte.

Fahrzeugportale hinken dem Trend hinterher

Der private Kauf und Verkauf von Fahrzeugen im Internet hat sich schon längst etabliert. Wer sein Fahrzeug auf der Strasse zum Verkauf anpreist, wird mit seinem Angebot wohl auch auf einem der folgenden Portale präsent sein: autoscout24.ch (Relaunch im September 2011), car4you.ch (Relaunch im September 2011), auto.ricardo.ch oder autoclick.ch. Die grosse Beliebtheit des Online-Fahrzeughandels fällt in den genannten Portalen schnell auf. Die zahlreichen Suchfilter sind bis ins kleinste Detail definierbar. Drei von fünf Anbietern zeigen hier aber offensichtliche Schwächen. Sie wenden die Suchfilter zu strikte an und zeigen lieber gar keine Resultate als geringfügig abweichende. Als Best Practice stechen hier autoscout24.ch (in der überarbeiteten Fassung) und autoda.de heraus. Deren Suchmasken reagieren auf jede Auswahl und zeigen dem User die Anzahl passender Inserate an. Als weitere Perfektionierung könnten hinter jedem Attribut die Trefferanzahl angezeigt und die nicht passenden Angebote inaktiv geschaltet werden. Die meisten Portale bieten ein Suchabo an, welches automatisch auf das ersehnte Schmuckstück aufmerksam macht. Trifft wochenlang kein passendes Angebot ein, bleibt noch die Zusammenstellung seines Traumautos mit einer umfangreichen Neuwagenkonfiguration, wie sie autoscout24.ch anbietet. Der Interessent kann mehrere Garagen in der gewünschten Region kontaktieren und einen Termin vereinbaren.

Traumwagen mit einem Konfigurator zusammenstellen und Offerte anfordern.In modernen Onlineshops mittlerweile gängig ist die Anzeige von verwandten Produkten, das sogenannte Cross- oder Up-Selling. Der Einsatz dieser Marketingformen bei Fahrzeug-Anzeigenportalen ist nur auf car4you.ch zu finden. Überhaupt nicht eingesetzt wird die interne Verlinkung von Attributen wie zum Beispiel Farbe, Hubraum usw. Standard ist nur die Beobachtung des Angebots bzw. das Zuweisen zu den Favoriten.  In Sachen Social Media kann keines der Onlineportale überzeugen. autoscout24.de kommuniziert zwar über Twitter, was für Schweizer Kunden aber nur mässig interessant ist.

Zwei Immobilienportale dominieren den Markt

Auch die Immobilienportale haben sich längst im Internet etabliert und können wie die Autoportale mit zahlreichen nützlichen Features punkten. So gehören kostenlose Suchabos, Google Maps-Integration und sinnvoll erweiterte Filter wie „Minergie-Bauweise“ oder „rollstuhlgängig“ zum Standard. Der Markt wird dabei dominiert von Homegate und ImmoScout24, die, ähnlich wie Coop und Migros, bezüglich Dienstleistungen im Gleichschritt marschieren. Beim Vergleich der Datenbanken der beiden Portale kann festgestellt werden, dass die Anbieter ihre Immobilien mehr oder weniger parallel mit den exakt gleichen Beschreibungen und Bildern bewerben. So unterscheiden sich die Marktleader weit mehr durch ihre Features als die publizierten Angebote. Während bei Homegate der Ortssuchfilter bis in einzelne Quartiere verfeinert werden kann (z.B. Quartier Wiedikon) und sogar internationale Anzeigen aufgeschaltet sind, zeigt ImmoScout24 bereits bei jeder Filtereingabe die Anzahl von Treffern an und präsentiert sogar Neubauprojekte. Zusätzlich erscheinen bei Immobilien in grösseren Ortschaften auch detailliertere Infos zur Standortgemeinde inklusive Video und Fotos. Geolokalisation ist bei beiden Portalen integriert. Die Bedienung mittels Google Maps ist einfach und die Filter reagieren schnell. Die wichtigsten Immobilieninformationen sind mit einem Klick ersichtlich und ein Link führt zum detaillierten Inserat. Social Media ist sowohl bei Homegate als auch bei ImmoScout24 ein Thema. Beide sind auf Facebook präsent und kommunizieren mit ihrer Community intensiv. Die zwei Kontrahenten sind seit längerem auch bei Youtube aktiv und promoten ihre TV-Produktionen homegateTV (mit Ex-Mister Schweiz Tim Wielandt als Moderator) respektive ImmoScout24 in Kooperation mit wohntraum.tv. homegateTV wird auf mehreren privaten TV-Sendern wie TeleZüri und TeleBärn ausgestrahlt und verfügt somit über ein stattliches Sendegebiet. Es ist fraglich, ob diese grosse Präsenz beibehalten werden kann, da die Homegate-Miteigentümerin Tamedia AG erst kürzlich beide Sender an die AZ Medien verkauft hat.

homegate.ch und immoscout24.ch setzen die Onlinestandards.

Im Gleichschritt bewegen sich die zwei Immobilienportale auch im mobilen Bereich. So bieten beide eine App fürs iPhone und eine mobile Website an, Homegate zusätzlich eine Android-App. Die mobilen Präsenzen sind durchdacht und decken alle Bedürfnisse für einen ersten Check bei der Immobiliensuche ab. Ratgeber, Checklisten, FAQs – beide Portale verfügen über solche, helfen beim Umzug und bei der Steuerberechnung, geben Tipps zur Finanzierung, lösen rechtliche Probleme, beraten in Feng Shui-Fragen, zeigen Wohntrends und vieles mehr. Diese Services runden das Gesamtangebot ab und weisen einen grossen Mehrwert gegenüber den Printanzeigen aus, die im Aussterben begriffen sind und höchstens noch den Initialimpuls für die weitere Immobiliensuche im Internet liefern.

Interessante weitere Immobilienservices

Wer sich die Mühe sparen möchte, bei beiden Portalen ein Suchabo einzurichten, dem steht immodos.ch zur Verfügung. Dieser kostenlose Onlineservice durchsucht nicht nur immoscout24.ch und homegate.ch, sondern auch weitere Portale wie immoclick.ch, immostreet.ch, newhome.ch und nzzdomizil.ch und versendet ein entsprechendes E-Mail, wenn ein Treffer erzielt wird. Einziger Haken ist, dass die Benachrichtigung nur einmal pro Woche erfolgt und die Auswahlmöglichkeiten noch relativ eingeschränkt sind. Ebenfalls einen Portal-übergreifenden Überblick bietet immo.search.ch der gleichnamigen Schweizer Suchmaschine an, versehen mit interessanten Suchfiltern, die jedoch etwas knifflig in der Bedienung sind. Auch der Immobilienmarkt-Service von comparis.ch fällt positiv auf. Die Kriterien sind fein abgestuft, es wird ein Suchabo angeboten und die Resultate lassen sich in einer Karte anzeigen. Punkten kann Comparis auch mit einer App fürs iPhone, welche sich durch eine hervorragende Kartenintegration auszeichnet.

Comparis bringt die Immobiliensuche aufs mobile Endgerät. Gebrauchsgegenstände, Fahrzeuge wie auch Immobilien werden kaum mehr in Printform, dafür inzwischen fast vollständig im Web angeboten und sind vermehrt auch auf mobilen Anwendungen zu finden – und ums bequeme Finden dreht sich fast alles im Markt der Kleinanzeigen.

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